Eröffnung einer neuen Mitmachstation am Düker in Senden – Lernen am Fluss unter dem Motto „lokal–global“

Am 24. April 2026 wurde am Düker in Senden – dort, wo die Stever unter dem Kanal hindurchgeführt wird – feierlich eine neue Mitmachstation eröffnet. Die interaktive Station lädt Passantinnen und Passanten sowie Fahrradtouristen dazu ein, sich mit der Bedeutung von Wasser auseinanderzusetzen und aktiv ins Nachdenken zu kommen.

Initiiert wurde das Projekt vom Nachhaltigkeitsverein Vamos e.V. aus Münster unter der Leitung von Tore Süßenguth. In den vergangenen Monaten entwickelten insgesamt 12 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 des Joseph-Haydn-Gymnasiums in drei Workshops informative und bewusst zum Mitmachen gestaltete Tafeln. Ziel war es, komplexe Zusammenhänge rund um das Thema Trinkwasser anschaulich und greifbar zu machen.

Ein besonderer Auftakt der Workshopreihe war eine Video-Liveschaltung nach Uganda: Justin, ein engagierter Aktivist vor Ort, berichtete von seiner Arbeit zur nachhaltigen Trinkwasserversorgung im ländlichen Raum. Dort betreiben einheimische Frauen sogenannte Trinkwasser-Kioske, die eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen. Dies hat weitreichende Auswirkungen – etwa können Kinder zur Schule gehen, anstatt täglich kilometerlange Wege mit schweren Wasserkanistern zurücklegen zu müssen.

Ausgehend von diesen globalen Perspektiven richteten die Schülerinnen unter der Begleitung ihres Politiklehrers Tobias Krickau den Blick auf die Situation vor Ort. Dabei wurde die besondere Bedeutung der Stever als Trinkwasserfluss im Münsterland deutlich. Der Fluss prägt nicht nur das Ortsbild von Senden, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für die regionale Wasserversorgung: Über den Halterner Stausee gelangt das Wasser in den natürlichen Filterprozess des Bodens und trägt zur Grundwasseranreicherung bei, die schließlich große Teile des Münsterlandes und des Kreises Recklinghausen versorgt.

Die entwickelten Informationstafeln greifen diese lokalen und globalen Zusammenhänge auf und regen mit Fragen und Impulsen zur eigenen Auseinandersetzung an – ganz im Sinne des Leitgedankens „lokal–global“.

Zur feierlichen Eröffnung der Mitmachstation kamen neben den beteiligten Schülerinnen und Projektverantwortlichen zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Fachinstitutionen zusammen, darunter Bürgermeister Sebastian Täger und der Landtagsabgeordnete André Stinka sowie Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates, der Gemeindeverwaltung und des Wassermanagements im Kreis Coesfeld. Auch Mitarbeitende des Biologischen Zentrums des Kreises Coesfeld waren beteiligt. Dennis Sonne, ebenfalls Landtagsabgeordneter, hatte zuvor an den Workshops mitgewirkt, nahm jedoch nicht an der Eröffnungsfeier teil.

Ebenfalls vor Ort waren Schülerinnen und Schüler des NSS-Kurses der Jahrgangsstufe 9, begleitet von den Lehrkräften Olaf Jansen und Kerstin Brabetz-Quante, sowie die Biologie-Leistungskurse der Oberstufe unter der Begleitung von Andre Guballe und Senta Weßels. In vorbereitenden Workshops hatten sie – angeleitet durch das Biologische Zentrum – die ökologische und chemische Wasserqualität der Stever untersucht. Dabei gelangen sogar zwei bemerkenswerte Entdeckungen: In diesem Flussabschnitt konnten Tierarten nachgewiesen werden, die dort bislang noch nicht dokumentiert waren.

Die Mitmachstation steht nun allen Interessierten offen und bereichert den Standort am Düker um eine informative und interaktive Lernmöglichkeit. Die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 haben mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrer Ausdauer einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Projekts geleistet. Tobias Krickau zeigte sich entsprechend stolz: „Die Schülerinnen konnten hier erleben, dass ihr Einsatz Wirkung zeigt – ein zentrales Ziel von Bildung für nachhaltige Entwicklung.“

Ein rundum gelungener und ereignisreicher Tag, der zeigt, wie schulisches Lernen, gesellschaftliches Engagement und nachhaltige Entwicklung erfolgreich miteinander verknüpft werden können.